MIME-Version: 1.0 Content-Location: file:///C:/22EAB2C5/Spanienkrise.htm Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Content-Type: text/html; charset="us-ascii" Finanzkrise schlägt in Spanien zu

Finanzkrise schlägt in Spanien zu

von Cindy Bach

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dass<= span style=3D'font-size:10.0pt'> die Immobilien- und Finanzmarktkrise in den USA ein weiteres Opfer gefordert hat, das ist uns seit Anfang der Woche bereits bekannt. Sämtliche Medien haben in den Tagen darauf vom unglaublichen" Fall der kalifornischen Hypothekenbank IndyMac berichtet. Davon, dass nur einen Tag später, ei= ne große spanische Immobiliengesellschaft mit der Nachricht eines möglichen Konkurses auf der Agenda steht, ließen die Medien hing= egen nur wenig verlauten. Dabei war die Nachricht all= es andere als unwesentlich, vor allem nicht für die europäischen Börsen.

Viele nahmen wahrscheinlich an, die Schwäche an den Börsen in Europa am Dienstag sei noch auf die Hiobsbotschaften um die Schwierigkeiten von IndyMac und den beiden halbstaatlichen US-Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac zurückzuführen. Dabei kam das Beben aus dem wesentlichen näheren Süden Europas. Am spanischen Aktienma= rkt waren nämlich an diesem Tag die größten Kursverluste zu beobachten. Der Ibex 35 verlor im Tagesverlauf bis zu 4= ,4 Prozent auf 10.934,5 Punkte im Tagestief.

Am deutlichsten verloren dabei die Fina= nz- und Immobilienwerte. Der Grund für die Schwäche kam jedoch nicht = aus den USA, sondern war in einer Meldung zu finden, nach welcher mit dem spanischen Immobilienkonzern Martinsa einer der Branchenriesen schlechthin = vor dem Konkurs steht. Nachdem die Aktien des Konzerns allein am Freitag und Mo= ntag insgesamt 50 Prozent ihres Wertes verloren hatten, setzte die spanische Börse die Papiere am Dienstag vom Handel aus.

Hoch verschuldeter Immobilienkonzern gibt auf

Die hoch in der Kreide" stehende Martinsa-Fadesa mit Sitz in M= adrid gab bekannt, man müsse Konkurs beantragen, nachdem die Aufnahme eines Kredits über 150 Mio. Euro gescheitert war.= Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Bloomberg-Informationen berichtet, betrage das Verhältnis zwischen Fre= md- und Eigenkapital bei der Immobiliengesellschaft mittlerweile etwas mehr als 300 Prozent. Angesichts fallender Immobilienpreise dürften Vermögenswerte in der Bilanz mit einiger Wahrscheinlichke= it zu hoch angesetzt sein.

Lange Zeit hatte man angenommen, dass d= ie Wirtschaft und Finanzmärkte Europas wesentlich stärker sind, als der große Bruder" USA. We= nn die Amis in die Rezession gehen, muss das solide Europa längst nicht mehr hinterher watscheln, so der Tenor vieler Wirtschaftsexperten. Doch län= gst sollte allen bewusst geworden sein, dass dem nic= ht so ist. Die Europäer sind im Gegensatz zu den USA eben einfach Leisetreter&= quot;. Eine sich andeutende Wirtschaftsschwäche wird nicht gleich an die große Glocke gehangen. Doch umso deutlicher kommt dann der Hammer.

Wie ich Ihnen bereits vor wenigen Woche= n an dieser Stelle berichtete, nahm die Rezession in Eur= opa mit Dänemark seinen Anfang. Jetzt bestätigt sich zunehmend auch d= ie kritische Lage in Spanien. Sorgte hier in den vergangenen Jahren ein gewalt= iger Immobilienboom für starkes Wachstum, so zeigen sich inzwischen deutlic= he Bremsspuren: Die Stimmungsindikatoren sind eingebrochen, die Arbeitslosenqu= ote springt nach oben, der Konsum lässt nach, das Wachstum ist schwäc= her als in den vergangenen Jahren und die Zeiten der Haushaltsüberschü= ;sse sind aufgrund wegbrechender Steuereinnahmen pass", so die F.A.Z."= .

Ist das der Startschuss einer Rezessionswelle in Europa?

Immer mehr Analysten, auch die der Commerzbank, gehen nun davon aus, dass sich das Land bereits in einer Rezession befindet. Erst Dänemark, jetzt Spanien - und wann, werden sich viele jetzt Fragen - wann kommt die Rezession nach Deutschland, steht sie vielleicht sogar schon vor der Tür? =

Genau das aber wird von der Mehrzahl de= r Experten bezweifelt: Deutschland schlittert nicht in die Rezession, auch wenn die Gefährdung für die Weltwirtschaft insgesamt größer geworden ist", sagt Norbert Walter, Chefvol= kswirt der Deutschen Bank gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Der Spiegel".=

Er rechne zwar mit einer Abschwäch= ung der Wirtschaft, verweist aber auch auf die positiven Aspekte: Die deutsche Wirtschaft arbeitet inzwischen viel in aufstrebenden Märkten wie Russl= and, dem Nahen Osten und den asiatischen Ländern." Das mache unabhängiger von der Wirtschaftskraft der USA. Außerdem haben wir im Gegensatz zu den USA und einigen europäischen Ländern kein Immobilienproblem - auch das schützt uns vor einer Rezession."

Wollen wir hoffen, = dass es sich hierbei nicht um simples Schönreden düsterer Fakten handelt.= Denn eigentlich läuft die deutsche Wirtsch= aft derzeit so ganz und gar nicht nach Plan: Der Spritpreis schoss in den vergangenen Wochen auf über 1,50 Euro pro L= iter Benzin.

Und nicht nur Öl und Benzin sind deutlich teurer geworden: Auch die Preise für Lebensmittel= und andere Waren des täglichen Bedarfs steigen seit Monaten. Das macht sic= h in der hohen Inflationsrate von derzeit über 3 Prozent bemerkbar und führt dazu, dass die Verbraucher genau das nicht tun, was sie laut &Ou= ml;konomen eigentlich sollen: einkaufen. Das kann auch unserer Wirtschaft auf Dauer ni= cht gut tun. Doch selbst dann kann kein Politiker und Wirtschaftsexperte helfen, dann muss die Wirtschaft tun, was bisher immer getan hat - sie muss sich se= lbst regulieren.

Ich wünsche Ih= nen einen angenehmen Donnerstag.=

Ihre

Cindy Bach